Auf der Fakuma 2026 zeigt ENGEL die WINTEC t-win 6500 im Produktionseinsatz. Die Zweiplatten-Spritzgießmaschine mit 6.500 kN Schließkraft produziert am Messestand Kleiderbügel für Leifheit. Im Mittelpunkt stehen eine kompakte Schließeinheit, kurze Zykluszeiten sowie ein auf geringe Reibung und hohe Reproduzierbarkeit ausgelegtes Maschinenkonzept.
360 Kleiderbügel pro Stunde
Bei der Messeanwendung arbeitet die t-win 6500 mit einem 4+4-fach-Familienwerkzeug. In einem Zyklus entstehen gleichzeitig vier Bügelkörper und vier Haken, wobei die beiden Geometrien im Werkzeug voneinander getrennt sind.
Die Entnahme übernimmt ein Linearroboter vom Typ viper 20. Dieser entnimmt die produzierten Teile und legt sie auf einem Förderband ab. Bei einer Zykluszeit von rund 40 Sekunden erreicht die Anlage nach Angaben von ENGEL eine Produktionsleistung von etwa 360 Kleiderbügeln pro Stunde.
Als Werkstoff kommt ein Polypropylen-Copolymer von Borouge International, vormals Borealis, zum Einsatz.
Zweiplattenkonzept reduziert Maschinenlänge
Technische Grundlage der t-win 6500 ist eine servo-hydraulische Zweiplatten-Schließeinheit. Im Vergleich zu Maschinenkonzepten mit zusätzlichen Platten ermöglicht die Konstruktion eine kurze Bauweise. Damit soll insbesondere bei Anwendungen mit zusätzlicher Peripherie mehr Hallenfläche für nachgelagerte oder ergänzende Anlagen zur Verfügung stehen.
Das Zweiplattensystem ist zudem auf einen kurzen Schließkraftaufbau ausgelegt. Die Verriegelung erfolgt synchron. ENGEL nennt als daraus resultierende Vorteile kürzere Zykluszeiten und eine höhere Produktionsleistung sowie geringere Energiekosten bezogen auf das produzierte Bauteil.
Eine konstruktive Besonderheit betrifft die Führung der beweglichen Aufspannplatte: Sie berührt die Holme nicht. Dadurch arbeitet die Schließeinheit nach Herstellerangaben nahezu verschleißfrei. Gleichzeitig soll die Konstruktion eine hohe mechanische Steifigkeit und eine hohe Plattenparallelität gewährleisten.
Linearführungen in der Einspritzeinheit
Auch bei der Einspritzeinheit liegt der technische Schwerpunkt auf einer möglichst reibungsarmen Bewegung. Hier setzt WINTEC Linearführungen ein. Sie sollen die Reibung reduzieren und damit den Energiebedarf senken.
Gleichzeitig zielt die Konstruktion auf eine hohe Genauigkeit bei Einspritzung und Staudruck. Zusammen mit der Schließeinheit ist die Maschine damit insbesondere für Anwendungen mit hohen Stückzahlen und Anforderungen an eine reproduzierbare Produktion ausgelegt.
Standardnahes Maschinenkonzept
Bei der t-win 6500 verfolgt WINTEC ein weitgehend standardisiertes Maschinenkonzept. Die Maschine soll dadurch kurzfristig verfügbar und mit vergleichsweise geringem Aufwand in Betrieb zu nehmen sein. Laut Hersteller kann sie entweder direkt ab Lager oder mit kurzer Lieferzeit bereitgestellt werden.
Anstelle umfangreicher Sonderausstattungen setzt WINTEC auf eine standardnahe Konfiguration und robuste Technik. Gut zugängliche Wartungspunkte sollen Instandhaltungsarbeiten vereinfachen und Stillstandszeiten reduzieren.
Gleichzeitig ist die Maschinensteuerung für spätere Erweiterungen ausgelegt. Funktionen können nachgerüstet werden, ohne dafür die komplette Maschine ersetzen zu müssen.
C3-Steuerung mit 15-Zoll-Touchdisplay
Bedient wird die t-win über die C3-Steuerung. Sie verfügt über ein 15 Zoll großes Full-HD-Touchdisplay und eine One-Touch-Bedienung. Das Bedienkonzept ist laut Hersteller so ausgelegt, dass auch angelerntes Personal die Maschine bedienen kann.
Neben der eigentlichen Maschinensteuerung stehen in der Standardausführung intelligente Assistenzfunktionen aus dem ENGEL-iQ-Portfolio zur Verfügung.
Dazu gehört iQ weight control. Das selbstregelnde System überwacht und korrigiert den Spritzgießprozess mit dem Ziel, ein konstantes Einspritzvolumen sicherzustellen. Dadurch sollen Schwankungen der Umgebungs- und Prozessbedingungen ausgeglichen werden.
Nach Angaben von ENGEL lassen sich damit die Ausschussrate reduzieren und die Produktivität erhöhen. Darüber hinaus unterstützt das System einen schnelleren Wiederanlauf der Produktion nach Stillständen.
Fokus auf hohe Stückzahlen und reproduzierbare Prozesse
Mit der t-win 6500 adressiert WINTEC insbesondere Produktionsanwendungen, bei denen hohe Stückzahlen, kurze Zykluszeiten und eine hohe Verfügbarkeit gefordert sind. Die Kombination aus servo-hydraulischer Zweiplatten-Schließeinheit, reibungsarm geführter Einspritzeinheit, digitaler Prozessregelung und standardisiertem Maschinenaufbau soll gleichzeitig Investitions- und Betriebskosten begrenzen.
Die auf der Fakuma gezeigte Kleiderbügelproduktion demonstriert dieses Konzept anhand einer konkreten Serienanwendung: Mit 6.500 kN Schließkraft, einem 4+4-fach-Familienwerkzeug, automatisierter Teileentnahme und rund 40 Sekunden Zykluszeit produziert die Anlage etwa 360 komplette Kleiderbügel pro Stunde.
Titelfoto: Engel
