Wacker stellt auf der Fakuma 2026 den Flüssigsilikonkautschuk Elastosil LR 5471 vor. Nach Herstellerangaben benötigt das Material nach der Vernetzung keine thermische Nachbehandlung. Es ist für Hart-Weich-Verbundbauteile vorgesehen und haftet auf verschiedenen Metallen sowie auf thermoplastischen Kunststoffen wie Polybutylenterephthalat (PBT) und Polyethylenterephthalat (PET).
In internen Prüfungen auf PBT ermittelte Wacker einen Haftungswert von 28 N/mm nach ISO 813. Enthaltene Haftvermittler sollen das Überspritzen der Hartkomponente ohne vorherige Oberflächenbehandlung ermöglichen.

Für das vernetzte Material nennt Wacker einen spezifizierten Gehalt flüchtiger Bestandteile von unter 0,4 Prozent. Die Messung nach der BfR-Methode erfolgte an zwei Millimeter dicken Prüfplatten über vier Stunden bei 200 °C. Diese Prüfbedingungen sind von einer thermischen Nachbehandlung in der Bauteilfertigung zu unterscheiden. Laut Hersteller erfüllen daraus gefertigte Endprodukte auch ohne Tempern die einschlägigen BfR-Empfehlungen für Silikone sowie weitere, in der Mitteilung nicht näher benannte Anforderungen für Lebensmittelkontakt und Säuglingspflege.
Ungetemperte Vulkanisate erreichen laut Wacker eine Reißdehnung von 570 Prozent und eine Weiterreißfestigkeit von 38 N/mm nach ASTM D 624 B. Das additionsvernetzende Zweikomponentenmaterial ist in den Härtegraden 40 und 50 Shore A erhältlich. Als Anwendungen nennt der Hersteller unter anderem Küchengeräte, Dichtungen, Auflagen für medizinische Masken und Weichkomponenten für Schnuller.
Titelfoto: Beatmungsmaske aus ELASTOSIL® LR 5471 (Quelle: Wacker)

