Leichte, kosteneffiziente und funktionsintegrierte Optiklösungen gewinnen in zahlreichen Branchen zunehmend an Bedeutung. Kunststoffoptiken gelten dabei als interessante Alternative zu klassischen Glaslinsen. Das Kunststoff-Institut Lüdenscheid startet in der zweiten Jahreshälfte 2026 das Projekt „WiUp4U-Kunststoffoptik“, das Fachkräften praxisnahes Wissen zur spritzgießtechnischen Herstellung von Kunststoffoptiken vermitteln soll.

Die Nachfrage nach leichten und wirtschaftlichen Optiklösungen wächst. Kunststoffoptiken bieten hier neue Möglichkeiten, insbesondere durch Designfreiheit, Kosteneffizienz und die Integration zusätzlicher Funktionen. Gleichzeitig sind die technischen Anforderungen hoch – vor allem bei der Herstellung abbildender Linsen. Bereits zu Beginn eines Projekts muss daher sorgfältig bewertet werden, welche Materialien und Fertigungsverfahren geeignet sind.

Häufig reicht ein einzelnes Standardverfahren nicht aus. Vielmehr müssen Sonderverfahren sinnvoll kombiniert und prozess-, werkzeug- sowie maschinentechnisch umgesetzt werden. Genau an diesem Punkt setzt das neue Verbundprojekt des Kunststoff-Instituts Lüdenscheid an. Ziel ist es, bestehende Grundlagen und aktuelles Wissen zur Herstellung von Kunststoffoptiken im Spritzgießverfahren zu vermitteln und Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette bei der Erschließung dieses Zukunftsmarkts zu unterstützen.

Im Rahmen des Projekts werden kompakte und praxisrelevante Inhalte bereitgestellt, die sich direkt in den Arbeitsalltag übertragen lassen. Zu den Schwerpunkten zählen lichttechnische Materialien wie PC, PMMA und PMMI sowie deren Kennwerte. Darüber hinaus stehen Werkzeug- und Verfahrenstechnik, Werkzeugstähle, Bearbeitungstechniken für optische Werkzeugoberflächen sowie Beschichtungen im Fokus.

Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist der Vergleich von Simulationsergebnissen mit der Praxis. Zudem werden innovative Temperiertechnik, Sonderverfahren und neue Ansätze zur Herstellung von Kunststoffoptiken vorgestellt und diskutiert. Auch das Prototyping für Kunststoffoptiken ist Teil des Programms. Ergänzend bietet das Projekt die Möglichkeit zum Austausch und Networking mit Projektpartnern und externen Referenten.

Die Teilnahme soll Unternehmen dabei unterstützen, spezialisiertes Wissen aufzubauen, technologische Kompetenzen zu erweitern und Markt- sowie Anwendungspotenziale besser einzuschätzen. Damit können neue Geschäftsfelder erschlossen und die eigene Wettbewerbsfähigkeit in wachstumsstarken Märkten gestärkt werden.

Der Projektstart ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen. Die Laufzeit beträgt neun Monate. Zur Zielgruppe zählen unter anderem Zulieferer, OEMs, Entwickler, Werkzeugbauer und Werkzeugkonstrukteure, Spritzgießer, Material- und Rohstoffhersteller sowie Anbieter von Normalien und Heißkanalsystemen.

Titelfoto: Kunststoff-Institut Lüdenscheid

Von AG

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