Mit dem Verfahren Chopped Fiber Processing (CFP) stellt KraussMaffei eine neue Technologie für die Verarbeitung faserverstärkter Thermoplaste vor. Das Verfahren ermöglicht die direkte Compoundierung von Polypropylen (PP) und Schnittglasfasern im Spritzgießprozess. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, die vorcompoundiertes Langglasfaser-Granulat einsetzen, erlaubt CFP die separate Dosierung von Polymer und Glasfaser. Beide Komponenten werden über die Fördertechnik der Maschine zugeführt, im Zylinder homogenisiert und durch eine patentierte Schneckengeometrie besonders schonend verarbeitet. Dadurch wird die Bildung von Faserclustern vermieden, was gleichmäßige Materialeigenschaften und niedrigere Materialkosten ermöglicht.

Prozessvorteile und Kosteneffizienz

Die flexible Dosierung von Polymer und Faser erlaubt es Anwendern, eigene Rezepturen zu entwickeln und an bauteilspezifische Anforderungen anzupassen. Dies schafft Prozess- und Material-Know-how im Unternehmen und kann die Materialkosten um bis zu 30 % senken. Durch die Inline-Compoundierung reduziert sich zusätzlich der Product Carbon Footprint (PCF). Der Return on Investment (ROI) liegt nach Herstellerangaben bei unter einem Jahr.

Das Verfahren ist mit bestehenden KraussMaffei-Maschinen kompatibel und lässt sich über das Retrofit-Programm auch in ältere Anlagen integrieren.

Demonstration auf der K 2025

Auf der Messe K 2025 zeigt KraussMaffei das Verfahren live: Eine GX 650-4300 (Schließkraft 6500 kN) mit dem neuen Linearroboter LRXplus 350 produziert ein komplexes, funktionsintegriertes Heckklappenbauteil mit 3D-Geometrie. Das Bauteil wird montagefertig ohne Nacharbeit aus der Maschine entnommen.

Die Maschine ist mit BluePower-Optionen wie Servoantrieb, Isoliermanschetten, Energie- und Leistungserfassung sowie dem ecoAssistant zur automatischen Umschaltung in einen energieeffizienten Modus ausgestattet.

Prozesskontrolle und Qualitätssicherung

Das Bauteil wird über drei Anspritzpunkte kaskadiert gefüllt. Neu vorgestellte Funktionen der Maschinensteuerung APCplus unterstützen den Prozess:

  • cascadeX sorgt für ein bindenahtfreies Füllverhalten und verbesserte mechanische Eigenschaften.

  • materialX nutzt materialspezifische Kompressionskurven zur Regelung des Spritzgießprozesses und erhöht die Bauteilpräzision.

Der Linearroboter LRXplus 350 verfügt über eine integrierte Wiegeeinheit, die das Gewicht jedes Bauteils Zyklus für Zyklus erfasst und dokumentiert. Alle Produktionsdaten werden online gespeichert. Jedes Bauteil erhält zudem einen QR-Code, über den sich Produktions- und Qualitätsdaten abrufen lassen.

Einsatzbereiche

Das CFP-Verfahren eröffnet neue Möglichkeiten für Struktur- und Trägerbauteile sowie Verstärkungselemente in unterschiedlichen Branchen. Es ist sowohl für die Automobil- und Luftfahrtindustrie als auch für technische Konsumgüter geeignet.

Bei der Messepräsentation kooperiert KraussMaffei mit Partnern wie Borealis Polyolefine (Material), Siebenwurst (Werkzeug), motan (Materialförderung), Audia Plastics (Farbbatch) und Helm (Glasfaser).

Titelfoto: KrausMaffei

Von AG

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